Not organisiert ein Menschengefüge, auch ohne Obrigkeit und deren Erlässe. Denken wir an Feuer oder Überschwemmungen.

» … Jeder bringt einen Eimer mit. Eine Notgemeinschaft entsteht, sie bildet sich von selbst. Die einen sind in Not, die anderen sehen die Not und fassen mit an. Denn die Not könnte auch sie erreichen. Vielleicht denken sie gar nicht soweit. Sie sehen einfach, dass Hilfe vonnöten ist. Und sie sind gerade da und tun mit ... «

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» … Wie voll ist ein gewöhnlicher Eimer, damit man ihn am besten weiterreichen kann, damit er nicht zu schwer wird und Wasser wieder heraus schwappt? Ist es besser, die ausgeleerten Eimer die Schlange wieder zurücklaufen zu lassen – das brächte den Rhythmus des Weiterreichens durcheinander – oder lässt man sie in aller Eile zum Brunnen, Fluss oder Teich zurückbringen, von wo das Wasser geholt wird? Entscheidend wird sein, in gleichmäßigem Schwung und angemessener Geschwindigkeit für längere Zeit bleiben zu können. Das Wasser muss fließen, auch wenn es nur weitergereicht werden kann.

Braucht man Vorschriften, Instruktionen für die Eimerkette? Vielleicht sind unter dem Helfern manche erfahren in der Brandbekämpfung. Aber jede Notlage ist anders. Sie erzwingt ein konzentriertes, schnelles Lernen aller Beteiligten, auch der Erfahrenen…«

[aus »Tradition« von Hannes Böhringer
im Büchlein »Einfach«, Merve Verlag Berlin]