Um 1989, als ich mit diesen »stack-pieces« begonnen habe, kämpfte jeder in New York um Platz an den Wänden, und man hätte sich eine Schlägerei liefern müssen, um zwei Zoll an der Wand zu erobern. Deshalb habe ich gesagt:
»Vergeßt die Wände,ich werde etwas auf dem Boden machen!«
Ein anderer Grund war, daß ich mich immer schon sehr für die Schriften Walter Benjamins interessiert habe und sehr davon beeinflußt bin.

stack-pieces
FELIX GONZALEZ-TORRES, STACK-PIECES
Deshalb wollte ich in meinen Arbeiten seine Thesen vom Verlust der Aura des Kunstwerkes und dem Ende des Originals berücksichtigen. Aber auf einer persönlicheren Ebene ging es darum, das »Loslassen zu lernen«. Zu diesem Zeitpunkt verlor ich gerade Ross und wollte deshalb alles verlieren; auch das, was sonst noch sehr wichtig für mein Leben ist: mein Werk.
In meiner ersten Ausstellung bei Andrea Rosen [New York, 1990] habe ich nur »Stapel-Objekte« gezeigt, und falls ganze Besucherscharen gekommen wären, hätte sich die Ausstellung aufgelöst, denn man konnte alles gratis mitnehmen. Es ist sehr eigenartig, wenn man eine Ausstellung macht und sieht, wie die Besucher der Galerie die eigenen Arbeiten nehmen und davontragen. Man würde gerne wissen, was sie wohl damit anfangenwerden und möchte ihnen hinterherlaufen, um sie zu fragen.
Dasselbe passierte täglich in meinem Leben, denn vor meinen Augen verschwand in einem langsamen Prozeß der Mann, den ich liebte.
[Felix Gonzalez-Torres]

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